Unser heutiges Ziel lag im Westen der Insel.
Frühstück, Wandersachen gepackt und los. Wir fuhren über die LP2, eine Straße mit vielen Facetten. Mal Landstraße, mal Schnellstraße, mal sehr alte, enge Landstraße, dann wieder neu ausgebaute Schnellstraße - und zwischendurch ab und zu eine Baustelle, eine bestimmt 2 km lang.
Von Los Llanos aus ging es ab in die Berge. Erst kleine, einspurige Gassen entlang, dann kurz nochmal normale Landstraße, bis diese in eine einspurige Bergstraße mit -zig Kurven, viele Haarnadelkurven ging. Eine Seite Felsen, andere Seite ... offen. Selten war hier irgendeine Begrenzung verbaut, obwohl es tief hinunter ging. Unser Ziel, die Schlucht "Barranco de las Angustias" (spanisch: Schlucht der Ängste, Beklemmungen) , war nach rund 12 km Kurvenfahrt erreicht. Zum glück km uns auf der gesamten Strecke niemand entgegen, die Ausweichstellen waren selten.
Wir stellten den Polo auf dem kostenlosen Parkplatz ab, schnürten die Wanderstiefel, packten unsere Ausrüstung zusammen und stiefelten los. Laut Wanderführer hatten wir auch heute keine Rundstrecke. Es ging 5 km rein in die Schlucht und auf ähnlichem Weg wieder zurück.
Aus dem anfänglichen Schotterweg wurde bald ein trocknes Flussbett, in das sich noch etwas später immer mehr Wasser fand. Erst ein Rinnsal, dann ein kleiner Bach, aber nie mehr. Links und rechts ragten die Felswände hoch auf, im Flussbett lagen immer häufiger große Felsbrocken. Der kleine Bach darin schlängelte sich hindurch, ließ an Stauungen kleine Schilfinseln wachsen und breitete sich manchmal wie ein kleines Delta aus. Auf unserem Weg kamen wir an einem kleinen Wasserfall vorbei, den wir seitlich umlaufen mussten. Dazu ging der Weg hoch in die Felswand, bis man sich ca. 20 m über dem Boden der Schlucht befand. So schlängelte sich der Weg, mal am Boden der Schlucht, mal in einer der Seitenwände, vorbei an Wasserkanälen und interessanten kanarischen Kiefern, ausladend und verwachsen wie ein Zauberbaum. In der Sonne und so ganz ohne Wind verglühten wir fast, im Schatten war es gut auszuhalten. Ab und zu pfiff der immer noch starke Wind von den Bergen herab und trieb uns schnell in den nächsten Abschnitt mit Sonne.
Nach 3,5 Stunden hatten wir die knapp 11 km lange Gesamtstrecke erledigt. So auf dem Grunde einer so tiefen Schlucht ist das schon ein Erlebnis.
Abgestaubt und umgezogen fuhren wir die tolle Schlängelstraße wieder hinauf (diesmal mit Gegenverkehrr) und gleich weiter bis nach Tazacorte, ein ehemalig kleiner Fischerort, der sich zur Touristenattraktion gemausert hat. Ein wirklich hübscher Ort, der zwar viele Hotelanlagen und Ferienhäuser hat, diese wurden aber noch halbwegs angenehm integriert. Hier einen Parkplatz zu finden war sehr schwer, der Ort ist sehr beliebt. Aber Denise ist ein Dickkopf, also kurvten wir herum, bis sich endlich jemand erbarmte und eine Lücke frei wurde.
Am schwarzen Strand wechselten wir in die Badesachen und stürzten uns in die Atlantikwellen - quatsch. So aufgeheizt, wie wir noch von der Wanderung waren, staksten wir langsam ins 23°C-warme Wasser. Also - wir wollten. Die Strömung der heranrauschenden Wellen und die Unterströmung des ablaufenden Wassers ließ uns keine große Chance. Es war einfach zu anstrengend, dagegen zu halten. Augen zu und durch und .... genießen. Nach langem Geplansche und Schwimmen ließen wir uns wieder an den Strand schwappen, trockneten im warmen Wind die Haare, zogen uns um und suchten uns eines der Restaurants gleich neben dem Strand aus.
Da wir unser Essen und den Abend sehr genossen, wurde es spät und die Sonne ging bald unter. Unsere erste Fahrt auf der Insel ohne Tageslicht stand an - und ging sogar recht gut. Noch ein wenig Zeit auf der Terrasse, dann plumpsten wir in die Betten.









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